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Felsmalereien erzählen die Geschichte Botswanas

Die Geschichte von Botswana

Der afrikanische Kontinent gilt als Wiege der Menschheit. Hier fand über Millionen Jahre die Entwicklung vom Affen zum Menschen der Gattung „Homo“ statt. Der sich vor 200.000 Jahren aus dem Homo erectus entwickelnde Homo sapiens hielt sich damals vor allem in südlichen und östlichen Afrika auf. Funde auf dem Gebiet des heutigen Botswana lassen auf eine Besiedelung dieses Gebietes seit mind. 200.000 Jahren schließen. Fundstätten von Werkzeugen aus der mittleren Steinzeit befinden sich vor allem im Norden Botswanas, im Randgebiet des prähistorischen Makgadigadisees und jetzigen Salzpfannen des Makgadigadi Nationalparks. Als Ureinwohner des südlichen Afrikas gelten die Buschleute bzw. San und die halbnomadisch lebenden und Viehzucht betreibenden KhoiKhoi bzw. Hottentotten.

Frühe Besiedelung Botswanas (400 – 1840)

Die ersten Tswana – ein Bantuvolk, aus deren Stammesnamen sich der heutige Ländername Botswana (Land der Tswana) ableitet – gelangten ca. im Jahre 400 aus Zentralafrika kommend in dieses Gebiet. Eine Mischung von Kulturen bzw. aus angestammten und zugewanderten Völkern entstand. Diese so genannte Toutse Tradition hatte rund tausend Jahre Bestand und wurde erst im 14 Jh. durch das Aufblühen des Königreiches von Butwa, welches von den Volksstämmen der Bakalanga und Shona auf dem Gebiet des heutigen Zimbabwe errichtet wurde, verdrängt. Bis 1840 herrschten bei den Butwa verschiedene Dynastien, die sich mit dem Zentrum „Great Zimbabwe“ auch trotz der in Ostafrika gelandeten Portugiesen über 400 Jahre halten konnten. Diese Zeit war von weiteren Einwanderungen aus Gebieten südöstlich von Botswana und der Entstehung von Siedlungen mit bis zu 15.000 Menschen geprägt.

Europäische Besiedlung

Das Ende der Butwa Dynastien wurde von einer ca. 20 Jahre andauernden Epoche kriegerischer Auseinandersetzungen herbeigeführt, deren Ursprünge ganz im Süden des Kontinents lagen. In der ersten Hälfte des 19. Jh. entspannen sich Interessen- und Revierkonflikte zwischen den Buren, einer aus den Niederlanden stammenden Volksgruppe, welche sich seit Mitte des 17. Jh. am Kap angesiedelt hatte, den Briten, die das Land ab 1806 zur britischen Kronkolonie erklärt hatten und den im südlichen Afrika ansässigen Volksgruppen (z. B. den Zulu).

Ein 1833 durch das britische Parlament ausgesprochenes Verbot der Sklaverei (Existenzgrundlage vieler Buren am Kap) in allen britischen Einflussgebieten veranlasste rund 12.000 Buren ab 1835 nach Norden auszuweichen und sich neue Siedlungsgebiete zu suchen. Auf ihrem Weg nach Norden und blutigen Kämpfen mit dem Volk der Zulu, rückten die Buren auch bis in das Gebiet der Tswana vor.

Doch trotz einer starken Burenarmee gelang es den Buren nicht, die Tswanavölker zu unterwerfen. Die beiden damaligen Herrschaftszentren im Tswanaland – Molepolole und Shoshong – waren bedeutende Umschlagplätze für Elfenbein aus dem Norden. Wichtigste Tswana-Fürsten waren bis 1875 Sechele und bald danach bis 1923 Khama III., welcher christlich getauft war und sich dem britischen Empire sehr verbunden fühlte. Diesem Umstand ist es zu verdanken, dass es dem Empire gelang, seinen Einfluss zu vergrößern indem es den Tswana Fürsten erfolgreich (hauptsächlich durch Khamas Einwirken) offerierte, ihnen als Schutzmacht gegen die Buren zur Seite zu stehen.

Die Briten errichteten im Jahre 1885 hier ein Protektorat (Betschuanaland) und erhielten im Gegenzug Ländereien von den Fürsten, die vom britischen Staat als Kronland deklariert und teils an weiße Siedler verkauft wurden. Cecil Rhodes, erst Finanz- dann Premierminister in Südafrika, und darüber hinaus Eigner der Kolonisationsgesellschaft „British South Africa Company“, versuchte mit Hilfe britischer Protektoratspolizisten das Protektorat Tswanaland ganz unter seine persönliche Kontrolle zu bringen. Doch bei seinem eigenmächtigen Versuch durch einen Putsch (Jameson Raid) alle Kapprovinzen unter britischer Flagge zu einigen, scheiterte er, verlor das Vertrauen der britischen Regierung, wurde in Südafrika aller Ämter enthoben und konnte in Folge dessen in Tswanaland keinen weiteren Einfluss gewinnen.

Wirtschaftlich änderte sich die Lage der Tswana stark durch zwei Ereignisse der neunziger Jahre des 19. Jahrhunderts. Zum Einen raffte 1893 die aus Äthiopien eingeschleppte Rinderpest rund 90 % aller Rinderbestände der Tswana dahin und beraubte sie damit einer wichtigen Lebensgrundlage. Zum Anderen führte die Protektoratsverwaltung eine Hüttensteuer von 1 Pfund pro Jahr ein, so dass die Anwohner gezwungen waren, Geld zu verdienen. Dies führte dazu, dass die Männer der Tswanafamilien für die nächsten 70 Jahre zu Wanderarbeitern wurden, um in den Minen Südafrikas Geld zu verdienen. Die britische Regierung versuchte 1910 das Protektorat an die Union Südafrika anzuschließen, doch da die Tswana Stammesfürsten es verstanden, die britische Öffentlichkeit hinter sich zu bringen und die Regierung in Erklärungsnot brachten, blieb es bei Unionsgründung ausgeklammert.

Immer wieder unternahm die britische Regierung Versuche, das Protektorat anzuschließen, seinen lokalen Einfluss zu vergrößern und den der Fürsten zu beschneiden. 1938 gelang zumindest letzteres. Neue Steuern wurden erhoben und Distriktkommissare sowie Gerichtsbarkeit wurden eingeführt. Auch wurden 10.000 Stammesangehörige gezwungen für das Empire in den Krieg zu ziehen. Fehlende Arbeitskräfte in der Landwirtschaft und erhöhte Nahrungsmittelabgaben führten in den Kriegsjahren deshalb zu Hungersnöten in der Region.

Seretse Khama, der junge Thronfolgeranwärter des Stammes der Bangwato kam 1945 zur Ausbildung nach Großbritannien und heiratete 1948 eine Engländerin. Diese gemischtrassige Heirat rief im britisch-kolonialen Afrika solche Entrüstung hervor, dass sich das Empire gezwungen sah, ihm bei seiner nächsten Reise nach Großbritannien die Rückreise ins Protektorat zu untersagen, um die weißen Rassisten zu beschwichtigen. So blieb er im Exil und der Tswana Stamm der Bangwato ohne Führer. Erst 1956 durfte er in seine Heimat zurückkehren.

Unabhängigkeit

Ab 1960 unternahm die Kolonialverwaltung Schritte, das Land in die Unabhängigkeit zu führen und so wurden ein Legislativ- und ein Exekutivrat eingeführt. Die ersten freien Wahlen mit drei verschiedenen Parteien zur Auswahl fanden 1965 statt. Hier gewann die von Seretse Khama gegründete BDP 80 % aller Stimmen. 1966 wurde das Land in die Unabhängigkeit entlassen und Khama zum ersten Präsidenten der Demokratischen Republik Botswana gewählt. Nach seinem Amtsantritt sah sich der neue Präsident einer Unzahl von Schwierigkeiten gegenüber stehen.

Eines der ärmsten Länder der Welt war durch lange Dürreperioden geschwächt worden, seine Landwirtschaft auf Monokultur ausgerichtet, hatte ein schwaches Schulwesen, besaß keinen Hafen und die Handelswege verliefen durch Südafrikanisches Gebiet und machten das Land durch seinen weißen Nachbarn erpressbar. Auch die Arbeitsplätze vieler Batswana lagen im südlichen Nachbarland. Darüber hinaus schürte die Opposition in den Städten Unruhen. Präsident Khama nahm außenpolitisch eine neutrale Haltung mit großer Konfliktlösungsbereitschaft ein und fing innerhalb des Landes behutsam und überlegt an, die Verwaltung umzugestalten.

Die engsten außenpolitischen Beziehungen pflegte er zum ebenfalls unabhängigen Nachbarland Sambia. 1974 kam es zum Zusammenschluss der sog. „Front Line Staates“ bestehend aus Tansania, Mosambik, Sambia, Botswana und Angola (ab 1980 auch Zimbabwe). Ein großer Glücksfall für Botswana war die Entdeckung von Diamanten. Im Jahre 1971 eröffnete man die gewinnträchtige Orapa-Diamantmine (Debswana Diamond Company Ltd.), deren Gewinne seit damals zu gleichen Teilen dem Staat und dem Luxemburger Investor De Beers zufließen. Diese Mine ist die größte Diamantmine weltweit und konnte beispielsweise im Jahre 2003 die riesige Menge von 16,3 Millionen Karat Diamanten zu Tage fördern.

Weitere Einnahmen konnte das Land durch Rinderexporte nach Europa erzielen. Die eigene Währung Botswanas, der „Pula“, wurde im Jahre 1975 eingeführt. Seretse Khama und seine Nachfolger Festus Mogae und seit 2008 Ian Khama, der Sohn von Seretse Khama, machten Botswana zu einem der politisch stabilsten Länder Afrikas. Mit Platz 33 von 149 Staaten belegt es nach dem „Global Peace Index 2010“ den ersten Platz innerhalb Afrikas bezüglich Innerer Sicherheit, Wahrung von Menschen- und Bürgerrechten, Pressefreiheit und politischer Stabilität.

Diese Stabilität gründet zumindest in Teilen auf dem althergebrachten Respekt vor adeliger Führung und auf der Tradition politischer Diskussion innerhalb der Stammesgemeinschaften, welche sich im heutigen Botswana im sog. „House of Chiefs“ wieder findet, in welchem Vertreter aller Volksgruppen und Provinzen vertreten sind. Dieses hat zwar nur beratende Funktion im Parlament, dennoch mag man seinen Einfluss als bedeutend einschätzen, da alle seine Gesetzesanträge dem Parlament vorgelegt werden.

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